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Besuch vom Michele vom 12.8.05 - 19.8.05 PDF Drucken
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Geschrieben von Fink Matthias   
Freitag, 30 Dezember 2005

Des hot scho lustig o´gfanga! Die Geisenbrunner Burschen und Madl boten den vielen Reisenden am Münchner Hauptbahnhof ein Bild, das man auch in der Bayerischen Landeshauptstadt nicht wirklich oft zu sehen bekommt: Eine lustige Blosn mit da Kurzn, am Quetschenspieler, am Schofkopfbrettl, Bamstämm, die da Martin gepäckfähig gmacht hot, a jeder mit einem großen Rucksack und unmenschlich vui Bier. Und das ganze in Mitten der Hektik des Münchner Hauptbahnhofes – eine bayrische Bahnhofsoase also!

Image here:Münchner Hbf
Münchner Hbf
Auf der Zugfahrt ist eigentlich nichts besonderes vorgekommen, bis auf dass der Özi seine ersten Bekanntschaften mit einer rassigen Italienerin machte, die zufällig sich mit uns ein Abteil teilte – d.h. sofern ihn da Schultes Schorsch ran ließ.

Außerdem waren sämtliche Biervorräte relativ schnell vernichtet und das war weiß Gott nicht wenig!

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Napoli Bahnhof gings dann auch schon weiter nach Battibaglia, wo uns da Michele, seine bezaubernde Frau, sei Spezl und der schon vorausgefahrene Burschenteil erwartete. So, jetzt waren wir schon fast da –nur, dass wir vor dem Problem standen, wie wir das mitgebrachte Zeug ( Rucksäcke, Schlafsäcke, an Michele sei Gschenk – ein Geisenbrunner Ortsschild, aber vor allem die Baumstämme fürn Holzhacker) in die Autos verstauen.

Gschafft haben wir es dann doch.

Beim Michele angekommen gab es dann gleich wahnsinnig gut und viel zu Essen,

Image here:Das große Essen
Das große Essen
was für die nächsten Tage ein Dauerzustand sein sollte. Gleich mussten wir feststellen, dass ein leicht gekühlter Rotwein am helllichten Tag ein wahrer Genuss ist, was weniger uns, als dem Michele zum Verhängnis wurde. Mehr dazu am Schluss.

Gut genährt, wie Gott in Frankreich oder ein Geisenbrunner in Italien – was eigentlich das Selbe ist – zeigte uns Michele wie man in Campagna Maria Himmelfahrt feiert. Letztendlich waren wir alle bis auf die Unterhosen nass, da die Campagnesen zu diesem Anlass ihren Bach gewaltsam dazu zwingen einen kleinen Umweg mitten durch den Ort zu machen. Es war eine riesen Gaudi, aber irgendwie ist uns etwas komisch vorgekommen. Irgendetwas musste hier im Wasser sein.

Am Abend hat sich unser Verdacht bestätigt. Die Weiber hom Schlaich ghabt …. Herrlich …. des glabt uns dahoam koana. Do muas wos in dem Boch sei. Ab sofort hieß Campagna nicht mehr Campagna sondern Schlaichdorf und wir beschlossen etwas Wasser in Flaschen zu füllen, um dessen Wirkung dahoam auszuprobieren.

Image here:Holzhacker
Holzhacker
Image here:bairische Küche
bairische Küche
Es waren wirklich schöne Tage, die wir genießen durften. Tags über fuhren wir an den Strand oder machten mit Michele Ausflüge zu einer Tropfsteinhöhle oder entlang der Küste weit in den Süden. Am zweiten Abend hat der Anderl einen prächtigen Schweinsbraten gezaubert und wir zapften das mitgebrachte Fassl an, was am allermeisten den Opa freute. Michele lud zu diesem Anlass einige seiner Freunde ein und wir nutzten die Gelegenheit, um unsere Plattler aufzuführen und am Michele sein Geschenk zu übergeben. Die anderen Abende verbrachten wir in Campagna beim Emilio, einem guten Freund vom Michele. Man könnte eigentlich diese Woche Italien auch unter die Kategorie „Gourmet-Mästen“ schieben, denn auch dort gab es unmenschlich viel zu essen. Michele ließ keine Gelegenheit aus, uns zu Essen einzuladen oder uns die ein oder andere Flasche Grappa auszugeben.

Als wir eines Abends so gegen Mitternacht mitten auf der Straße (man muss dazu sagen, das ganze Dorf ist ein Fest) den großen Holzhacker und andere Plattler aufführten, scharten sich alle um uns herum und waren aus dem Häuschen. Eine Bedienung vom Emilio ist jedes Mal beim Juchzen so erschrocken, dass sie entweder ins Haus gelaufen ist oder sich hinter einer anderen versteckt hat.

Image here:Emillios Truppe
Emillios Truppe
Der Emilio ist ein lustiger Kamerad und seine Bedienungen sind ganz sche guat (ach übrigens zeigte das Wasser auch bei ihnen enorme Wirkung). Aus diesem Grund sind da Özi, da Dani und da Matthias nie mit den anderen nach Hause gefahren, sondern haben morgens um halb sieben noch mit Emilios Truppe gefrühstückt und haben dann erst ihren vernachlässigbaren Schlaf geholt.

Insgesamt war die Woche unbeschreiblich und ich weiß eigentlich nicht, wieso ich es trotzdem versucht habe. Wir werden den Besuch in Italien jedenfalls nie vergessen und der Michele wahrscheinlich auch nicht, denn seitdem wird er sicherlich etwas anders angeschaut.

Denn Gäste, die juchzen, in Ledershorts rumlaufen und morgens im Straßencafe Grappa trinken kann nicht jeder Italiener vorweisen.

Von den 70 Flaschen Haus-Wein, (Micheles Jahresverbrauch) will ich jetzt gar nicht erst reden.

Image here:Unsere Prinzessin
Unsere Prinzessin
  

 
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