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Des hot scho lustig o´gfanga! Die Geisenbrunner Burschen und
Madl boten den vielen Reisenden am Münchner Hauptbahnhof ein Bild, das man auch
in der Bayerischen Landeshauptstadt nicht wirklich oft zu sehen bekommt: Eine
lustige Blosn mit da Kurzn, am Quetschenspieler, am Schofkopfbrettl, Bamstämm,
die da Martin gepäckfähig gmacht hot, a jeder mit einem großen Rucksack und
unmenschlich vui Bier. Und das ganze in Mitten der Hektik des Münchner
Hauptbahnhofes – eine bayrische Bahnhofsoase also!
 Münchner Hbf Auf der Zugfahrt ist eigentlich nichts besonderes
vorgekommen, bis auf dass der Özi seine ersten Bekanntschaften mit einer
rassigen Italienerin machte, die zufällig sich mit uns ein Abteil teilte – d.h.
sofern ihn da Schultes Schorsch ran ließ.
Außerdem waren sämtliche Biervorräte relativ schnell
vernichtet und das war weiß Gott nicht wenig!
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Napoli Bahnhof gings dann
auch schon weiter nach Battibaglia, wo uns da Michele, seine bezaubernde Frau,
sei Spezl und der schon vorausgefahrene Burschenteil erwartete. So, jetzt waren
wir schon fast da –nur, dass wir vor dem Problem standen, wie wir das
mitgebrachte Zeug ( Rucksäcke, Schlafsäcke, an Michele sei Gschenk – ein
Geisenbrunner Ortsschild, aber vor allem die Baumstämme fürn Holzhacker) in die
Autos verstauen.
Gschafft haben wir es dann doch.
Beim Michele angekommen gab es dann gleich wahnsinnig gut
und viel zu Essen,  Das große Essen was für die nächsten Tage ein Dauerzustand sein sollte.
Gleich mussten wir feststellen, dass ein leicht gekühlter Rotwein am
helllichten Tag ein wahrer Genuss ist, was weniger uns, als dem Michele zum
Verhängnis wurde. Mehr dazu am Schluss.
Gut genährt, wie Gott in Frankreich oder ein Geisenbrunner
in Italien – was eigentlich das Selbe ist – zeigte uns Michele wie man in
Campagna Maria Himmelfahrt feiert. Letztendlich waren wir alle bis auf die
Unterhosen nass, da die Campagnesen zu diesem Anlass ihren Bach gewaltsam dazu
zwingen einen kleinen Umweg mitten durch den Ort zu machen. Es war eine riesen
Gaudi, aber irgendwie ist uns etwas komisch vorgekommen. Irgendetwas musste
hier im Wasser sein.
Am Abend hat sich unser Verdacht bestätigt. Die Weiber hom
Schlaich ghabt …. Herrlich …. des glabt uns dahoam koana. Do muas wos in dem
Boch sei. Ab sofort hieß Campagna nicht mehr Campagna sondern Schlaichdorf und wir beschlossen etwas Wasser in Flaschen
zu füllen, um dessen Wirkung dahoam auszuprobieren.
 Holzhacker  bairische Küche Es waren wirklich schöne Tage, die wir genießen durften.
Tags über fuhren wir an den Strand oder machten mit Michele Ausflüge zu einer
Tropfsteinhöhle oder entlang der Küste weit in den Süden. Am zweiten Abend hat
der Anderl einen prächtigen Schweinsbraten gezaubert und wir zapften das
mitgebrachte Fassl an, was am allermeisten den Opa freute. Michele lud zu diesem
Anlass einige seiner Freunde ein und wir nutzten die Gelegenheit, um unsere
Plattler aufzuführen und am Michele sein Geschenk zu übergeben. Die anderen
Abende verbrachten wir in Campagna beim Emilio, einem guten Freund vom Michele.
Man könnte eigentlich diese Woche Italien auch unter die Kategorie
„Gourmet-Mästen“ schieben, denn auch dort gab es unmenschlich viel zu essen.
Michele ließ keine Gelegenheit aus, uns zu Essen einzuladen oder uns die ein
oder andere Flasche Grappa auszugeben.
Als wir eines Abends so gegen Mitternacht mitten auf der
Straße (man muss dazu sagen, das ganze Dorf ist ein Fest) den großen Holzhacker
und andere Plattler aufführten, scharten sich alle um uns herum und waren aus
dem Häuschen. Eine Bedienung vom Emilio ist jedes Mal beim Juchzen so
erschrocken, dass sie entweder ins Haus gelaufen ist oder sich hinter einer
anderen versteckt hat.
 Emillios Truppe Der Emilio ist ein lustiger Kamerad und seine Bedienungen
sind ganz sche guat (ach übrigens zeigte das Wasser auch bei ihnen enorme
Wirkung). Aus diesem Grund sind da Özi, da Dani und da Matthias nie mit den
anderen nach Hause gefahren, sondern haben morgens um halb sieben noch mit
Emilios Truppe gefrühstückt und haben dann erst ihren vernachlässigbaren
Schlaf geholt.
Insgesamt war die Woche unbeschreiblich und ich weiß
eigentlich nicht, wieso ich es trotzdem versucht habe. Wir werden den Besuch in
Italien jedenfalls nie vergessen und der Michele wahrscheinlich auch nicht,
denn seitdem wird er sicherlich etwas anders angeschaut.
Denn Gäste, die juchzen, in Ledershorts rumlaufen und
morgens im Straßencafe Grappa trinken kann nicht jeder Italiener vorweisen.
Von den 70 Flaschen Haus-Wein, (Micheles Jahresverbrauch)
will ich jetzt gar nicht erst reden.  Unsere Prinzessin
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